Land fördert Dauerausstellung der Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht mit 451.500 Euro

Hasbergen/Osnabrück. Bund, Land, Landkreis und Kommune legen zusammen: Die Arbeiten für die Dauerausstellungen in den Gedenkstätten Augustaschacht und Gestapokeller können noch im Juni diesen Jahres beginnen, entsprechende Stellenausschreibungen laufen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wahlmann lobt die gute Zusammenarbeit der Gedenkstätten, allen voran dem Geschäftsführer Michael Gander, und den öffentlichen und privaten Förderern: „Ich freue mich sehr, dass die rot-grüne Landesregierung ebenfalls tief in den Fördertopf greift und sich umfassend an der Förderung von Bund und Kommune beteiligt. Über die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten lässt das Land aus den Haushaltsmitteln 2017/18 den beiden Gedenkstätten hier vor Ort 451.500 Euro zukommen.“ Insgesamt stehen nun 1,184 Millionen Euro zur Verfügung. Auch der Landkreis Osnabrück, die Stiftung der Sparkassen Osnabrück, die Stiftung des Stahlwerks Georgsmarienhütte sowie das Unternehmen Home-Stead fördern die zwei geplanten Teilausstellungen.

Wahlmann: „Durch die neue Ausstellung werden Bildungsangebote geschaffen, die einen weiteren wichtigen Bestandteil zur Aufklärung über die damaligen NS-Verbrechen liefern, von der die ganze Region Osnabrück profitieren wird. Vor allem mit guter Bildung kann man gegen den Einfluss von Rechts wirken und Radikalisierung vorbeugen“, lobt die Abgeordnete aus Hasbergen. Besonders spannend sei auch eine Beteiligung von Zeitzeugen aus der Region zum Gelingen des Projektes.

Hintergrund: Die Gedenkstätte Gestapokeller in Osnabrück und die Gedenkstätte Augustaschacht in Hasbergen sind eng miteinander verbundene Erinnerungsorte zur NS-Geschichte. 1944 richtete die Gestapo Osnabrück das Arbeitserziehungslager in Ohrbeck ein. Beide historischen Orte repräsentieren Überwachung sowie Terror- und Gewaltausübung der Gestapo im Grenzgebiet zu den Niederlanden.

Die beiden Gedenkstätten haben Alleinstellungsmerkmal: Deutschlandweit stellt die Region Osnabrück den einzigen Standort dar, an dem sowohl eine ehemalige Dienststelle der Gestapo als auch das ihr zugehörige Arbeitserziehungslager zu Gedenkstätten ausgebaut wurden.

Die Eröffnung der Ausstellungen in den Sprachen Deutsch, Englisch und Niederländisch ist für den 01. April 2020 geplant, dem 75. Jubiläum des Abzugs der Gestapo aus dem Osnabrücker Schloss und der Befreiung des Arbeitserziehungslagers.

Fotos (Yuliia Kliuchko): Förderer und Vertreter des Vereines Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht: (v.l.) Dr. Michael Gander (Gedenkstätten), Dr. Beate-Maria Zimmermann (Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte), Dr. Jens-Christian Wagner (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten), Peter Kreipe (Gedenkstättenvorstand), MdL Gabriela König, Georg Hörnschemeyer (Gedenkstättenvorsitzender), MdL Kathrin Wahlmann, Burkhard Fromme (Kulturbüro des Landkreises Osnabrück) und Hannah Bennhold-Rohwer (Gedenkstättenvorstand).