Landespolitiker erkunden das Neustädter Moor

 

STRÖHEN – „Das Moor ist bislang unterschätzt als CO2-Senker“, sagt Volker Bajus, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag. Marcus Bosse, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ergänzt: „Das Moor ist für die Zukunft sehr wichtig für den Klimaschutz. Zudem ist es ein typisches Landschaftsbild in Niedersachsen.“

Der Arbeitskreis Umwelt der Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen informierte sich in der Diepholzer Moorniederung - Foto: Klöker.
Der Arbeitskreis Umwelt der Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen informierte sich in der Diepholzer Moorniederung – Foto: Klöker.

Um sich einen Überblick über die Situation der Hochmoore in Niedersachsen zu verschaffen, waren die beiden Landespolitiker mit weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises Umwelt unterwegs in der Diepholzer Moorniederung.

Auch am Großen Turm im Neustädter Moor in Ströhen machten sie Station. Dort informierten Friedhelm Niemeyer und Peter Germer vom BUND Diepholzer Moorniederung die Delegation, die auch die Naturschutzstation des BUND besichtigte. „Wir erläutern die Bedeutung des Hochmoores und umgesetzte Naturschutzmaßnahmen zur Renaturierung von Mooren“, erklärte Niemeyer. Dazu zählte er Birken entfernen, Schafbeweidung, Wiedervernässung oder Mulchen. Zudem demonstrierten die Experten, wie gute, renaturierte Moore aussehen und solche, die es noch nicht sind. „Moorschutz hat einen hohen Stellenwert, weil es so klimarelevant ist“, schilderte Niemeyer.

Das Neustädter Moor sei ein herausragendes Gebiet. Der Landkreis habe dort mit Mitteln des Bundes Flächen gekauft und wiedervernässt. „Das Hochmoor ist landschaftstypisch, prägend und muss erhalten bleiben“, sagte Niemeyer. Darüber hinaus sei es Lebensraum für bestimmte Arten von Tieren und Pflanzen, die nur im Hochmoor vorkommen könnten. „Und immer mehr Menschen interessieren sich dafür, bei der Kranichrast im Herbst steht der Turm hier voll“, meinte Niemeyer. Demzufolge würden auch die Aspekte Tourismus und Wirtschaftsförderung berührt.

Zur Information, Qualifikation, praktischen Erkundung und um Fachfragen zu klären, waren die Politiker in Ströhen zu Gast. „Der Moorschutz hat einen hohen Stellenwert und ist auch im Koalitionsvertrag verankert“, sagte Bosse. Bajus betonte zudem die Bedeutung des Moores als Kohlenstoffspeicher. Ziel sei es, im Land ein Moorschutzsystem zu entwickeln, aus dem ein länderübergreifendes Konzept entstehen soll.

Darüber hinaus wollten sich die Politiker einen Blick von einer geeigneten Organisationsstruktur machen. Die Arbeit des vom Land bezuschussten BUND sei vorbildlich, drückten Bosse und Bajus aus. Die Entwicklung im Neustädter Moor als Lebensraum und Brutgebiet zahlreicher, auch neu angesiedelter Vogelarten, sei auf einem guten Weg, sie gelte es zu unterstützen. Der BUND sei ein etablierter, anerkannter und erfahrener Partner.

Bei der Renaturierung von Mooren geht es um langfristige Nutzung und Konzepte“, sagte der Umweltpolitiker Bajus. Bosse ergänzte: „Es dauert mehrere Jahrzehnte, bis der Prozess beginnt.“ Das Moor wachse einen Millimeter pro Jahr, ab 30 Zentimetern werde von Hochmoor gesprochen.

Die Diepholzer Moorniederung habe mit seiner Gesamtgröße von 105 000 Hektar eine besondere Bedeutung auch für das Land Niedersachsen. „Viel ist bereits auf dem Weg, es bleibt aber auch viel zu tun“, bilanzierten Marcus Bosse und Volker Bajus. · hkl

(Quelle: Artikel aus dem Diepholzer Kreisblatt vom 8. Juni 2013. Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Website)